Meine Vorsätze für 2019 – endlich arbeiten wie im 21. Jahrhundert

Autor: Fabio Marti
Veröffentlicht am 2. Januar 2019

Nun bin ich mit meinem Jahrgang kein „Digital Native“ und kenne das Festnetz-Telefon noch kabelgebunden - sowohl mit Wählscheibe als auch mit dicken schwarzen Drucktasten. Aber immerhin bin ich so früh eingestiegen, dass ich meiner Familie mit allen digitalen Problemen bisher gut helfen konnte. Und so glaubte ich eigentlich stets ganz vorne mit dabei zu sein, wenn es um die Nutzung digitaler Tools geht. Doch wenn ich ganz ehrlich bin, prägte sich meine Internetnutzung als man noch mit D-Mark bezahlte. Und manch alte Gewohnheit aus dieser Zeit ist noch heute fest verankert, besonders am Arbeitsplatz. „Old habits die hard“, wie man so passend sagt. Während wir im Unternehmen ein Update nach dem anderen vorbereiten, bin ich irgendwie in der Beta-Phase hängengeblieben.

Jetzt steht der Jahreswechsel an und ich sage endlich: Schluss damit. Ab 2019 arbeite ich als Mensch, der im 21. Jahrhundert denkt. Zumindest mehr als vorher.

Drei widersinnige Gewohnheiten habe ich mir für 2019 auf die Abschussliste gesetzt:

Die Sache mit dem Scanner …

Kurz vor Weihnachten kam die Erleuchtung (oder auch Ernüchterung). Nach einigen Scherereien mit unserem Scanner bin ich geradezu erleichtert, als ich endlich die unterschriebene letzte Seite des Arbeitsvertrags auf dem USB-Stick habe, um sie am Rechner per E-Mail zur Bestätigung an unsere HR-Abteilung zu schicken. Alex hat das alles mit angesehen und grinst hämisch. Als ich ihn irritiert anblicke, fragt er mich, ob ich keine Kamera im Smartphone habe – oder das tatsächlich extra mache, um Schritte zu sammeln? Gott sei Dank habe ich es nicht auch noch gefaxt...

Vorsatz Nr. 1: Den Scanner nutze ich ab sofort nur noch für Dokumente, bei denen es absolut notwendig ist. Alles andere wird schnell über ein Foto und den internen Messenger erledigt. #noselfie

Zwei Daumen sind nicht automatisch topp

Auch das passiert immer wieder: Ich tippe mühsam, doch voller Elan eine ellenlange Nachricht an einen Kollegen in mein hassgeliebtes Smartphone. Ich fühle mich sehr fortschrittlich, weil ich mit zwei Daumen gleichzeitig tippe – schließlich habe ich meine erste Kurznachricht geschrieben, als man für ein „L“ noch dreimal auf die 5 tippen musste. Ich drücke gerade auf Senden, als mein Blick auf die Tastatur fällt, die nur wenige Zentimeter von meinen Händen schweigsam auf dem Schreibtisch ruht. "Es hat einen Grund, warum unser Messenger über einen Desktop-Client verfügt", denke ich mir. Jetzt wird er mir auch wieder vollauf bewusst.

Vorsatz Nr. 2: Ich habe eine vollwertige Tastatur am Tisch – also nutze ich sie auch! #KEYboard

E-Mail an mich selbst

Wenn ich etwas nicht vergessen möchte oder eine Datei auf einem anderen Gerät brauche, schicke ich meist schnell eine E-Mail an mich selbst. "Kluges Kerlchen", denke ich und klopfe mir in Gedanken auf die Schulter. Bis Anja mir sagt, dass sie das immer über den Messenger macht. Ohne sich dabei Gedanken um Verschlüsselung und Dateigröße machen zu müssen. Hätte ich das doch nur auf dem (Röhrenbild)Schirm gehabt, bevor ich letzte Woche die Präsentation noch mal in niedriger Auflösung abgespeichert habe, damit sie in den E-Mail-Anhang passt …

Vorsatz Nr. 3: Messenger statt E-Mail – auch und gerade, wenn die Datei oder Nachricht nur an mich selbst geht. #flaschenpost

Gesünder essen, mehr Sport, weniger Alkohol? Schön und gut, aber hatten wir doch alles schon. Meine persönliche Challenge für 2019 ist das lang aufgeschobene Update meiner Gewohnheiten – und ich bin bereit. Das neue Jahr kann kommen.